Das Schweizer Spielmuseum lädt Sie ein, die interaktive Ausstellung „Spielkarten“ zu entdecken, die die lange Geschichte der Karten vom Tarot bis zu Pokémon nachzeichnet.

Spielkarten tauchten in Europa in den 1360er Jahren auf; sie wurden vermutlich aus der islamischen Welt eingeführt und waren mit sogenannten „lateinischen“ Symbolen (Stab, Kelch, Münze und Schwert) verziert. Sie fanden rasch Anklang, und ihre einfache Handhabung sowie ihr geringes Gewicht begünstigten ihre Verbreitung in einem Umfeld, das durch den Aufschwung der Drucktechniken geprägt war.

Auch wenn die Struktur der Karten eine bemerkenswerte Beständigkeit aufweist, bringt jedes Jahrhundert seine eigenen Neuerungen mit sich. Im15. Jahrhundert bereicherte das Tarot die Kartenspiele um zusätzliche Trumpfkarten. Im 18. Jahrhundert hielt die Kartomantie Einzug, während sich im19. Jahrhundert zahlreiche technische Neuerungen durchsetzten, um die Qualität der Karten zu verbessern und Betrug zu bekämpfen. Bereits Ende des20. Jahrhunderts markierten Sammelkartenspiele ( „Trading Card Games“ ) einen neuen entscheidenden Wendepunkt mit dem Aufkommen von sich weiterentwickelnden Spielen, in denen Spielspaß und Sammelleidenschaft miteinander verschmelzen.

Die Ausstellung „Spielkarten“ bietet erstmals einen Überblick über die lange Geschichte der Karten, vom Tarot bis zu Pokémon. Diese Reise durch mehrere Tausend Spielkarten stützt sich auf die Sammlungen des Schweizer Spielmuseums sowie auf eine außergewöhnliche Zusammenarbeit mit dem französischen Spielkartenmuseum in Issy-les-Moulineaux. Dank bedeutender Leihgaben von europäischen Kulturerbe-Einrichtungen und Privatsammlungen entsteht eine einzigartige Sammlung, die mehr als sechs Jahrhunderte Geschichte umfasst.

In der zeitgenössischen Kultur ist die Karte zudem eng mit Videospielen verbunden. Ihre ästhetischen und funktionalen Merkmale fließen in zahlreiche der in der Ausstellung präsentierten Videospielproduktionen ein und zeugen vom anhaltenden Einfluss dieser dünnen Papierschichten auf unsere kulturellen Praktiken.